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Artikel vom 24.04.2017

Musikalische Völkerverständigung zwischen "Ost und West" in der Horhausener Pfarrkirche - Vokalensemble St. Daniels-Chor Moskau begeisterte


Fotounterzeilen: Das Vokalensemble St. Daniels-Chor Moskau unter der Leitung von Dr. Vladislav Belikov (rechts) begeisterte die Konzertbesucher in der Horhausener Pfarrkirche. Foto: Petra Schmidt-Markoski

Unter dem Titel „Ost trifft West“ präsentierte Dr. Vladislav Belikov, Leiter des Moskauer St. Daniels Chores,  in Horhausen ein Osterkonzert mit russischer Kirchenmusik aus der orthodoxen Liturgie, berühmten russischen Volksweisen, Operettenmelodien sowie Evergreens.

Die melancholisch-verträumten russischen Volksweisen und die weitausladenden Melodien russisch-orthodoxer Kirchenmusik verzauberten die begeisterten Konzertbesucher und entführten sie in die Weiten Rußlands. Nicht nur die hervorragende Akustik der Pfarrkirche bot einen ausgezeichneten Rahmen für das außergewöhnliche Konzert.

Man hätte durchaus den Eindruck haben können, einen ganzen Männerchor zu hören, der klanglich die Horhausener Pfarrkirche  in Besitz nahm. Tatsächlich besteht die Moskauer Gesangsgruppe „St. Daniels Chor“ jedoch aus nur vier ausgebildeten Sängern, die schon zum wiederholten Male in Horhausen zu Gast waren und auch diesmal wieder etliche Liebhaber ihrer Musik mobilisiert hatten.

 

Dr. Vladislav Belikov, der das Konzert auch moderierte, erläuterte die Bedeutung des Osterfestes in der orthodoxen Kirche. So waren im ersten Teil des Konzertes vorwiegend traditionelle orthodoxe liturgische Gesänge zu hören, darunter "Lobe den Herrn, meine Seele" (Psalm 103) oder auch das mehrstimmige "Vater unser" (N. Kedrov). "Das Abendopfer", ein Bußgebet, das in Vespern zur Fastenzeit seinen festen Platz hat, beeindruckte ebenfalls die Konzertbesucher. Nicht fehlen durfte Dmitri Bortnjanskis Satz, der in Deutschland mit dem Text von Gerhard Tersteegen "Ich bete an die Macht der Liebe" bekannt ist.

 

Im zweiten Teil des Programms präsentierte der St. Daniels-Chor berühmte volkstümliche Weisen, Romanzen aus Russland, aber auch einen Überraschungstitel. Das gab den Ensemble-Mitgliedern die Gelegenheit zu Solovorträgen, die Belikov am Klavier begleitete. Ansonsten intonierte der Chorleiter den ersten Bass, erläuterte die Titel und gab die Einsätze.

Mit dem bekannten Wolgalied: "Es steht ein Soldat am Wolgastrand" aus der Operette  "Der Zarewitsch" begann der Melodienreigen. Mit einer Volksweise, einem alten Steppenlied, erinnerte ein Bassist an seine Heimat Sibirien. Stürmischen Beifall erntete der 2. Tenor des Volkalensembles mit dem Kriegslied "Lili Marleen" in einer Fassung von Georg Wolf (ehemaliger Leiter der MGV-Chöre Horhausen). Mit dem Titel von Elvis Presley "Love Me Tender" überraschte der zweite Bass des Ensembles besonders die Damen. Zu den Höhepunkten des Konzertes zählte die russische Volksweise "Die Legende von den 12 Räubern", in Deutschland bekannt durch Iwan Rebroff. Der erste Tenor des Chores ließ in seinem Gesang sehnsuchtsvolle „Abendglocken“ erklingen.

 

„In der Weltpolitik wird Russland nicht immer positiv gesehen“, stellte der künstlerische Leiter Belikov bedauernd fest. „Wir zeigen seit mehr als 20 Jahren auf unseren Reisen die positive Seite Russlands", so Belikov.

Mit dem bekannten russischen Volkslied "Kalinka", stimmgewaltig dargeboten und zwei weiteren Zugaben, unterstrichen die Sänger ihre musikalische Friedensbotschaft und erhielten ihren verdienten großen Schlussapplaus. (smh)