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< Grußwort zur Ausstellung "Living History"


Artikel vom 21.07.2017

Lebendige Geschichte - Blick in das 13. Jahrhundert in Horhausen


Eine informative Zeitreise die über das Leben im Kirchspiel Horhausen im Mittelalter berichtete besuchten am Sonntag zahlreiche Besucher am Kaplan-Dasbach-Haus. Fotos: Heinz-Günter Augst

Living History- lebendige Geschichte: Einen  informativen Blick zurück ins 13. Jahrhundert erlebten am Sonntag zahlreiche Besucher während einer umfangreichen Zeitreise  ins Mittelalter, die von Vereinen, Mitgliedern und Freunden der Gruppe „Tempora Nostra“ aus Horhausener Ortsteil Luchert am und um das Kaplan-Dasbach-Haus in Horhausen  präsentiert wurde. „Wir wollen unseren Gästen zeigen wie das Leben im 13. Jahrhundert in Horhausen und Umgebung gewesen sein könnte“, so Gabriele Klostermann die mit ihrem Mann Philipp, auf Einladung der Ortsgemeinde Horhausen im Rahmen einer weiteren Veranstaltung zur Ersterwähnung der Gemeinde vor 800 Jahren,  die Strippen für diese sehr interessante Veranstaltung zusammenzog. Und was Tempora- Nostra den Besuchern am Sonntagmittag und- nachmittag, belegt durch zeitgenössische und schriftliche Quellen sowie aufgrund archäologischer Funde präsentierte und ausstellte, war durchaus anspruchsvoll. So gab das Team unter anderem bezüglich des Schneiderhandwerks viele Einblicke in die in dieser Zeit typische Schnittführung. Auch wurde über das umfangreiche Farbspektrum in der Ära berichtet. Die Stofffarbe war damals ein Statussymbol- gemäß dem Motto -je bunter je teurer. -  Modern waren unter anderem Krapprot und Waid der einheimische Indigo – Lieferant, ein typischer Blaustoff mit dem heutige Jeansstoffe gefärbt werden. Sehr interessant war auch der Kopfschmuck der Damenwelt. Man(n), beziehungsweise Frau trug so genannte „Gebende“.  „Ein weißer Hut mit weißem  Haarsack und ein weißer schalähnlicher Kragen der ums Kinn gebunden wurde“, war die typische Kopfbekleidung für verheiratete Frauen, weiß Gabriele Klostermann. Im wahren Leben ist sie wie auch ihr Mann im IT-Bereich tätig. Phillip Klostermann präsentierte den Besuchern die Kunst des Schmiedens. Neben Messern und Zieheisen schmiedete er auch Fleischkrallen und andere diverse Alltagsgegenstände. 1995, als die junge Frau für einen Roman recherchierte der im Mittelalter spielte, entdeckte sie ihr Interesse an dem Leben im 13. und 14. Jahrhundert. „Ich fand diese Ära  sehr spannend und alsbald habe ich auch meinen Mann damit infiziert. Fortan waren wir deutschlandweit des öfteren Darsteller in zahlreichen Freilichtmuseen und bei historischen Veranstaltungen.“ Die über ein Dutzend Aussteller zeigten in Horhausen zudem weitere Handarbeiten wie das „Nadelbinden“, eine Technik zur Herstellung von Strümpfen, das „Brettchenweben“ für Borten oder Gürtel im Textilbereich sowie das „Spinnen.“ Hierbei konnten die Besucher  sich auch live an der Textilverarbeitung üben. Weitere  alte Handwerke  waren  das „Knochenschnitzen“ und  der „Mollenhauer.“ Zudem erzählte ein Bauer über den Anbau von Hafer. Grund war die urkundliche Ersterwähnung von Horhausen in der über eine Haferabgabe berichtet. Weitere Höhepunkte des Tages waren eine interessante Modenschau und eine Rallye  mit Fragen durch das 13. Jahrhundert.