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Artikel vom 27.01.2018

60 Jahre KG Horhausen - Interview mit dem Vorsitzenden Michael Grobler


Unser Foto zeigt rechts Michael Grobler (48) sowie als weitere tragende Säulen im Horser Karneval: Thomas Rüth, Eva Müller, Obermöhn Renate Müller-Margenfeld, Kirstin Bitzer, Uschi Buhr und Nina Bitzer (von rechts nach links). Grobler steht seit 28 Jahren an der Spitze der KG Horhausen. 2012 wurde er mit dem RKK-Verdienstorden in Gold ausgezeichnet. Foto: Rolf Schmidt-Markoski

Horhausen. Die Karnevalsgesellschaft Horhausen 1958 e.V. wird 60 Lenze alt!

In den sechs Jahrzehnten erschallte in jeder Session ein dreifach donnerndes „Horse Alaaf!“. Die Verbundenheit zum Rhein und zum Kölner Karneval bringt das „Alaaf“ zum Ausdruck. „Horse“ steht für Heimat, Mundart, Brauchtum und Tradition.

Aus Anlass des bevorstehenden runden Geburtstages der KG sprachen war mit dem Vorsitzenden Michael Grobler (48), der nunmehr seit 28 Jahren an der Spitze der aktiven Narrenzunft in Horhausen steht.

Weshalb engagieren Sie sich so stark für den Karneval?

Grobler: "Nun, die Karnevalsgesellschaft hat die schöne Aufgabe, den Menschen Freude zu bringen,  sie zum Lachen zu bewegen und ihnen dabei zu helfen, zumindest in der „fünften Jahreszeit“ die Sorgen des Alltags zu vergessen. Karneval wird generationsübergreifend gefeiert und die Narretei im Blut sozusagen vererbt. Es ist eine Freude zu sehen, wie gut sich unsere Nachwuchstanzgruppen entwickeln. Diese Dinge motivieren mich, sich gemeinsam mit anderen für den Karneval in Horse einzusetzen."

Wann haben Sie sich mit dem Karnevalsbazillus angesteckt?

Grobler: "Bereits seit dem 16. Lebensjahr bin ich Mitglied der KG Horhausen. Ich war zunächst aktiver Tänzer der Funkengarde und auch im Paartanz aktiv. 1989 übernahm ich den Vorsitz der KG und ich setzte mich für die Aufnahme der Möhnen Jong un Flöck“ (später "Mokkatässcher") in die KG ein. Einige Jahre lang habe ich auch die Funken trainiert. Auch an der Gründung der Gruppe "Horser Biester"  (ehemalige Prinzessinnen) im Jahre 1994 war ich beteiligt, ebenso an der Gründung der Ehrengarde im Jahre 1996. Das Amt des Sitzungspräsidenten, was ich ebenfalls inne habe, konnte ich vor einigen Jahren von Bäckermeister Michael Müller übernehmen, der zu den Fuhrmännern im Horser Karneval zählt."

Trotz des runden Geburtstagsjahres konnte die KG für die anstehende Session kein Prinzenpaar finden, wird trotzdem gefeiert?

Grobler: "In der Tat, es wird immer schwieriger Prinzenpaare zu finden. Dennoch stecken wir den Kopf nicht in den Sand.  Zu den regelmäßigen Sessionsveranstaltungen der KG gehören neben der Proklamation, die Rut-Wiesse Nacht, der Möhnenball, der Kinderkarneval, der Manöverball der Ehrengarde, sowie der Rosenmontagszug mit anschließendem Rosenmontagsball. Unsere aktiven Gruppen freuen sich auf diese Veranstaltungen und wir ziehen unser Programm auch ohne Prinzenpaar durch. Den runden Geburtstag wollen wir im August feiern, eventuell mit einer Open-Air-Veranstaltung."

Welche Gruppen gibt es innerhalb der KG?

Grobler: "Es gibt die Horser Funken -sie sind das Aushängeschild der KG Horhausen -, die Jugendfunken, die Horser Supergirls, die Minifunken, die Möhnen, die Ehrengarde und die Horser Biester. Von diesen aktiven Gruppen lebt der Horser Karneval, ob mit oder ohne Prinzenpaar."

Was ist für Sie die wichtigste Veranstaltung in einer Session?

Grobler: "Natürlich sind alle Veranstaltungen der KG für mich wichtig. Das herausragende  Ereignis ist allerdings der Rosenmontagszug in Horhausen. Er hat einen guten Namen und jährlich kommen mehrere Tausend Zuschauer, auch aus der weiteren Umgebung, nach Horhausen, um den närrischen Lindwurm zu verfolgen."

Meine letzte Frage: Wie sehen Sie die Zukunft der KG?

Grobler: "Aufgrund der aktiven Nachwuchsarbeit, besonders bei den Jugendtanzgruppen, bewerte ich die Zukunft der KG positiv. Leider müssen auch wir uns dem Zeitgeist anpassen und die klassischen Karnevalsveranstaltungen mit Büttenreden und Lokalkolorit sind bei jungen Leuten nicht mehr gefragt. Party und Abfeiern sind dagegen angesagt. Dennoch versuchen wir so gut es geht mit unseren Veranstaltungen auch dem älteren Publikum gerecht zu werden."

Vielen Dank. Die Fragen stellte Rolf Schmidt-Markoski