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Bäckerei Müller aus Horhausen schließt nach 111 Jahre am 30 Juni für immer

In der Bäckerei von Michael und Birgit Müller in der Rheinstraße in Horhausen wird am Dienstag, 30. Juni, der Backofen zum letzten Mal geheizt. Nach 111-jähriger Familientradition ist dann Schluss mit der traditionsreichen Bäckerei Müller.

Am Dienstag, 30. Juni, wird in der Bäckerei Müller in der Rheinstraße in Horhausen zum letzten Mal der Backofen angeheizt und frisches Brot sowie leckere Brötchen gebacken. Danach beginnt für das allseits beliebte und bekannte Bäckerehepaar  der  wohlverdiente Ruhestand. Gleichzeitig beenden die Müllers  mit der Schließung ihres Unternehmens aus Altersgründen, neben  einer 111-jährigen Familientradition auch ein Stück Dorfgeschichte von Horhausen.  Müller´s Bäckerei ist bis zur Schließung das älteste Einzelhandelsgeschäft in der Ortsgemeinde. Begonnen hat der über 100 Jahre lange Weg der Bäckerei Müller im Jahr 1909 als der Großvater von Michael Müller, Philipp Müller, ein gelernter Müller aus der Grenzbachmühle in Horhausen ein Wohnhaus im Ort kaufte und dieses zur Bäckerei umbaute. Nach seinem Tod trat Michael Müller´s Vater, der Bäckermeister Heini Müller, im Jahr 1947 die Nachfolge an. Heini Müller und seine Ehefrau  Elisabeth schenkten vier Mädchen und zwei Jungen, die allesamt als Auszubildende im elterlichen Betetrieb lernten, das Leben. Nach dem Tod von Heini Müller übernahmen Michael und Birgit Müller den elterlichen Betrieb. „Eigentlich wollte ich nicht mein Leben lang als Bäcker arbeiten“, erinnert sich Michael Müller. Die beruflichen Ziele gingen nach seiner Ausbildung als Bäcker mehr in die Richtung Kunst und Dekoration. Aber der Tod des Vaters im Jahr 1980 änderte das Vorhaben und Michael und seine Frau Birgit entschieden sich 1984, kurz nach ihrer gemeinsamen Hochzeit  die Bäckerei Müller zu übernehmen und das bis heute erfolgreiche Unternehmen fortzuführen. Während der Hochzeiten des Betriebes in den 1970-er bis Ende der 1980-er Jahre beschäftigte der Bäckermeister, der in seinem Berufsleben neun Bäckerlehrlinge ausgebildet hat, viele Jahre lang bis zu acht Mitarbeiter. Von 2011 an waren der heute 67-jährige Michael und die 61-jährige  Birgit Müller  überwiegend alleine in dem Unternehmen tätig. Zwei Schwestern von Michael Müller waren hier jedoch im Wechsel als Aushilfen beschäftigt. Über Generationen hinaus bekannt war die Brötchenvielfalt der „Horser“ Bäckerei Müller. Bis zu 12 verschiedene Sorten waren fast täglich im auch sonst reichhaltigen Warenangebot. Sehr begehrt war auch das bis weit über die Grenzen der Verbandsgemeinde und des Kreises Altenkirchen hinaus bekannte „Müllers Schwarzbrot.“ Auch die zahlreichen Kunden des Bäckerehepaares bedauern das bevorstehende Ende des Unternehmens sehr. Denn nur in solch familiär geführten Geschäften, wie in der Bäckerei Müller, hat man auf beiden Seiten trotz dem gefühlt immer schneller und hektischer  werdenden Tagesablauf genügend Zeit für das private Gespräch und den „wichtigen“ Austausch der aktuellsten Neuigkeiten aus dem Ort und der Umgebung gehabt. Das wird zukünftig sicherlich auf beiden Seiten fehlen….  Zudem sind die Müllers voll im Dorf integriert und auch gern gesehene Helfer und Begleiter wenn es ums  kulturelle Leben im Ort geht. Unter anderem sind die künftigen „Ruheständler“, aktive Karnevalisten, zweimal  1979 und 1999 waren sie sogar Prinzenpaar von „Horse“,  Michael war l5 Jahre im Gemeinderat, ist aktiver Sänger im MGV und Birgit ist fester Bestandteil  der Gymnastikgruppe des TUS Horhausen. Jedoch steht aktuell bei Michael und Birgit Müller der Familiennachwuchs an oberster Stelle. Ihr drittes Enkelkind erblickt in Kürze das Licht der Welt. Tochter Monika und ihr Mann erwarten dieses in ihrer Wahlheimat im Schwarzwald. Auch Müllers Sohn Christian ist verheiratet und hat zusammen mit seiner Frau seit einem halben Jahr eine kleine Tochter.

 

Wörtlich: Auch im Rentenalter  bleibt Horhausen unser Leben und unsere Heimat.  Michael und Birgit Müller

 

Text und Foto: Heinz-Günter Augst