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Bergbauförderverein führt Erbe der Bürgerinitiative Willroth fort
Ein wichtiges Kapitel der Willrother Ortsgeschichte wird unter einem neuen Dach fortgeschrieben: Nachdem sich die Bürgerinitiative Willroth (BIW) zu Beginn des Jahres aufgelöst hat, werden ihre Aufgaben künftig vom Förderverein Bergbau- und Hüttentradition Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld e.V. übernommen. Dies beschlossen die Mitglieder des Bergbaufördervereins einstimmig während einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in der „Weißen Aufbereitung“ in Willroth.
Kern des Beschlusses ist die Gründung einer eigenen Abteilung mit der Bezeichnung „Grube Georg“, die künftig die bergbauhistorischen Aktivitäten bündeln wird. Dazu gehören insbesondere die beliebten Führungen auf den mehr als 30 Meter hohen Förderturm der Grube Georg an der A3, der als bedeutendes Industriedenkmal weit über die Region hinaus bekannt ist. Die Führungen werden auch künftig mit Unterstützung der Tourist-Information der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld angeboten.
Zum Vorsitzenden der neuen Abteilung wurde Thomas Schäfer benannt und zur Kassenwartin Marion Schug. „Mit der neuen Abteilung stellen wir sicher, dass die erfolgreiche Arbeit der Bürgerinitiative nahtlos fortgeführt wird und das bergbauliche Erbe unserer Region lebendig bleibt“, betonte Olaf Meinhardt (ehemaliger Vorsitzender der BIW).
Ein weiteres einstimmig beschlossenes Vorhaben ist die Anbringung einer Ehrentafel am Förderturmgebäude. Sie soll an die Gründer der Bürgerinitiative Willroth erinnern und zugleich in einem kurzen historischen Abriss deren Verdienste dokumentieren. „Ohne die BIW würde es keine Führungen auf der Grube Georg geben“, machte Olaf Meinhardt deutlich.
Die Bürgerinitiative Willroth blickt auf eine mehr als 25-jährige Geschichte zurück. Gegründet wurde sie im Herbst 1999 zunächst, um den Bau einer Biokompostieranlage in unmittelbarer Nähe des Förderturms zu verhindern. Mit großem Engagement, zahlreichen Aktionen und intensiver Öffentlichkeitsarbeit gelang es der Initiative gemeinsam mit der Ortsgemeinde, das Vorhaben zu stoppen.
Nach diesem Erfolg widmete sich die BIW einer neuen Aufgabe, die das Ortsbild bis heute prägt: der Öffnung und Erhaltung des historischen Förderturms der Grube Georg für Besucher. Unter dem damaligen Vorsitzenden Uwe Jöchel wurde gemeinsam mit der Verbandsgemeinde und weiteren Partnern ein Konzept entwickelt, das den Turm ohne großen finanziellen Aufwand für die Öffentlichkeit zugänglich machte. Parallel entstand in der „Weißen Aufbereitung“ eine bergbauhistorische Ausstellung mit zahlreichen Exponaten ehemaliger Bergleute sowie einer umfangreichen Fotosammlung, die eindrucksvoll den Arbeitsalltag unter Tage dokumentiert.
Mit großem ehrenamtlichem Einsatz sorgten die Mitglieder der BIW über viele Jahre für die Pflege des Förderturms, organisierten Führungen und vermittelten Besuchern die Geschichte des heimischen Erzbergbaus. Rund 1.400 Gäste jährlich besuchten in den ersten Jahren das Industriedenkmal. Damit leistete die Bürgerinitiative einen entscheidenden Beitrag dazu, die Erinnerung an den Bergbau in der Region lebendig zu halten und den Förderturm als Wahrzeichen der Verbandsgemeinde zu etablieren.
Mit der Gründung der neuen Abteilung „Grube Georg“ wird dieses Engagement nun unter dem Dach des Bergbaufördervereins fortgesetzt. Die Mitglieder sehen darin nicht nur eine organisatorische Veränderung, sondern vor allem das klare Bekenntnis, die Geschichte des Bergbaus und das ehrenamtliche Wirken der Bürgerinitiative auch für kommende Generationen zu bewahren.
