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Gelungener Seniorennachmittag in Horhausen widmete sich dem Thema „Abschiednehmen“
Zahlreiche Besucherinnen und Besucher fanden sich zum November-Seniorennachmittag in Horhausen im Kaplan-Dasbach-Haus ein, der unter dem tiefgründigen, aber bewusst einfühlsam gestalteten Thema „Abschiednehmen“ stand. In einer herzlichen Begrüßung betonte der Vorsitzende der Seniorenakademie, Rolf Schmidt-Markoski, wie wichtig es sei, über ein Thema zu sprechen, das jeden Menschen betrifft und zugleich oft gemieden wird. Der Nachmittag bot einen ausgewogenen Mix aus Information, persönlichem Austausch, Musik und Momenten der Besinnlichkeit.
Ausgangspunkt der Veranstaltung war das neue Bestattungsgesetz des Landes Rheinland-Pfalz, das im September verabschiedet wurde und bundesweit als das liberalste seiner Art gilt. Es eröffnet ungewöhnlich vielfältige Formen der letzten Ruhe – von Tuch- und Flussbestattungen bis hin zum Verstreuen der Asche im eigenen Garten oder der Herstellung eines Erinnerungsdiamanten. Die damit verbundene öffentliche Diskussion, so die Veranstalter, zeige die Bandbreite der gesellschaftlichen Ansichten und die Bedeutung sachlicher Information.
Einblicke in Verwaltung, Bestattungspraxis und Hospizarbeit
Einen zentralen Beitrag lieferte Andreas Buchholz von der Verbandsgemeindeverwaltung Altenkirchen-Flammersfeld. Er fasste die wichtigsten Botschaften zum neuen Bestattungsrecht in drei klaren Appellen zusammen:
Sprechen Sie über Ihre Wünsche,
Halten Sie sie schriftlich fest,
Informieren Sie sich – bei Ihrem Bestatter oder der Verbandsgemeindeverwaltung.
Sein Fazit lautete: Mehr Freiheit, weniger Unsicherheit. Das neue Gesetz ermögliche mehr Wahlfreiheit und würdige, individuelle Abschiedsgestaltungen – während traditionelle Formen selbstverständlich bestehen bleiben. Gleichzeitig sorge die Verordnung für klare Abläufe und damit für Sicherheit bei allen Beteiligten.
Besonders eindrucksvoll waren die Worte von Petra Hasselbach und Marion Dahse vom Hospizverein Altenkirchen. Sie erinnerten daran, dass der Tod zwar unausweichlich zum Leben gehört, jedoch immer noch zu den großen Tabuthemen zählt. Wer jedoch über Sterben und Abschied spreche, gewinne Handlungssicherheit und Lebensqualität – gerade für schwerkranke Menschen, die laut Charta zur Betreuung Sterbender ein Recht auf ein Sterben in Würde haben.
Die Vertreterinnen des Hospizvereins berichteten über ihre kostenfreien Angebote: Beratung und Begleitung in der letzten Lebensphase, „Letzte Hilfe“-Kurse sowie Qualifizierungen zur ehrenamtlichen Sterbebegleitung. Sie verdeutlichten, wie prägend die letzten Stunden eines Menschen für Angehörige sein können – heilsam oder belastend, je nachdem, wie gut Leid gelindert und Würde gewahrt wird.
Auch die kirchliche Perspektive fand Raum: Achim Günther, früherer Gemeindereferent, versicherte, dass für alle Christinnen und Christen weiterhin Trauergottesdienste sowie Urnen- und Erdbestattungen mit kirchlicher Begleitung möglich seien – unabhängig von neuen gesetzlichen Freiheiten.
Von ihrer Arbeit berichteten die beiden Bestatter Heinz Fassbender (Willroth) und Harald Meffert (Horhausen).
Einfühlsame Atmosphäre – Musik, Gedichte und gute Gespräche
Trotz des anspruchsvollen Themas blieb die Stimmung des Nachmittags warm und zugewandt. Nach einer Kaffeetafel mit Kuchen sorgte Ulrike Winter wie gewohnt für die musikalische Gestaltung und lud zum Mitsingen ein. Dagmar Poster, Luise Frings und Petra Schmidt-Markoski (Vorbereitungskreises) ergänzten das Programm mit sorgfältig ausgewählten Gedichten, die zum Nachdenken anregten.
Fazit: Ein Nachmittag, der Mut macht, über Abschied zu sprechen
Die Veranstaltung wurde von den Teilnehmenden als bereichernd und wohltuend wahrgenommen. Sie bot nicht nur wichtige Informationen zu rechtlichen und organisatorischen Fragen rund um das Lebensende, sondern auch menschliche Nähe und Raum für persönliche Reflexion.
Der Seniorennachmittag zeigte eindrucksvoll: Abschiednehmen muss kein Tabu sein – vielmehr kann ein offenes Gespräch darüber helfen, Unsicherheiten zu überwinden und würdige Wege für den letzten Lebensabschnitt zu finden.


